A


ACM

ACM (Polyacrylat-Kautschuk) zeigt sehr gute Ozon-, Wetter- und Heißluftbeständigkeit, jedoch nur eine mittlere Festigkeit, geringe Elastizität und ein relativ ungünstiges Kälteverhalten. Der Einsatztemperaturbereich liegt bei – 20 °C bis + 150 °C (kurzzeitig bis + 175 °C). Spezialtypen sind bis – 35 °C einsetzbar. ACM-Werkstoffe werden hauptsächlich aufgrund ihrer besonderen Beständigkeit gegen hochadditivierte Schmieröle (auch schwefelhaltig) bei höheren Temperaturanwendungen im Kraftfahrzeugsektor eingesetzt.

Abrieb

Abtragung der Materialoberfläche durch Reibung.

Adhäsion

Die Haftfähigkeit der Oberflächen von zwei Materialien untereinander; in der Elastomer-Terminologie die Festigkeit der Bindung oder Verbindung zwischen zwei Elastomeroberflächen oder Einlagematerialien in vulkanisiertem oder unvulkanisiertem Zustand.
 

Alterung

Die fortschreitende Veränderung der chemikalischen oder physikalischen Eigenschaften von Elastomeren, normalerweise bis zum Zerfall.
 

ASTM

American Society for Testing and Materials, eine Organisation mit der Vollmacht (in den USA), Testmethoden und Spezifikationen zu entwickeln. Testmethoden und Spezifikationen zu entwickeln.


B


Bruchdehnung

(siehe Dehnung)


C


CR (Chloropren-Kautschuk)

Im Allgemeinen zeigen Chloroprenvulkanisate eine relativ gute Ozon-, Wetter-, Chemikalien- und Alterungsbeständigkeit. Desweiteren hohe Flammwidrigkeit, gute mechanische Eigenschaften und gute Kälteflexibilität. Der Einsatztemperaturbereich liegt bei – 35 °C bis + 90 °C (kurzzeitig bis + 120 °C). Spezialtypen sind bis – 55 °C einsetzbar. CR-Werkstoffe finden ihre Anwendung u. a. als Dichtung gegen Kältemittel, in Außenbereichen und in der Klebstoffindustrie.


D


Deformation

Die Veränderung der Form eines Produkts durch Zug oder Druck.

Dichte

(siehe auch spezifisches Gewicht)

Das Verhältnis der Masse eines Körpers zu seinem Volumen.

Dehnung

Beim physikalischen Test von Gummi spielt die Dehnbarkeit des Materials eine Rolle. Sie wird im Allgemeinen in Prozent zur Originallänge ausgedrückt.
Wenn z. B. 1 cm eines Teststücks aus Gummi auf 6 cm gelängt werden kann, so beträgt die Dehnung 500 %. Man bezeichnet als Bruchdehnung, wenn ein Prüfkörper des Materials den Punkt erreicht hat, an dem es zerreißt. Auch dieses Maß wird in % angegeben

Druckbeständigkeit

Der Widerstand, den eine Substanz gegen hohe Drücke leistet. Naturkautschuk hat eine extrem kleine räumliche Verdichtbarkeit. Wenn eine kompressive Kraft auf Gummi einwirkt, welcher in der Lage ist nach allen Richtungen auszuweichen, wird er einer Deformation unterzogen, wobei er Energie aufbaut. Entfernt man die deformierende Kraft, geht der Gummi zum großen Teil auf seine alte Ausgangsposition zurück. Die Differenz entweicht als Wärme.
Aufgrund dieser besonderen Eigenschaften des Gummis wurde er auf weiten Gebieten zur Dämpfung von Vibrationen und Absorbierung von Stoßbelastungen entwickelt, wie z. B. bei Motoren- und Maschinenlagerungen.


E


Elastizität

Die Fähigkeit eines Materials seine Originalmaße wieder anzunehmen, nachdem es durch irgendeine Kraft deformiert wurde.

EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk)

EPDM zeigt gute Hitze-, Ozon- und Alterungsbeständigkeit. Ferner hohe Elastizität, gutes Kälteverhalten sowie gute elektrische Isoliereigenschaften.
Die Einsatztemperatur liegt im Bereich – 45 °C bis + 150 °C (kurzzeitig bis + 175 °C) bei Peroxidvernetzung. Bei Schwefelvernetzung reduziert sich der Bereich auf – 45 °C bis + 130 °C (kurzzeitig + 150 °C). Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk EPDM findet häufig Anwendung in Bremsflüssigkeiten (auf Glycolbasis) und Heißwasser.
 

Ermüdung

Wenn ein elastisches Material durch ständige Belastungen schlaff und erschöpft wird.


F


FFKM (Perfluor-Kautschuk)

Perfluorelastomere zeichnen sich durch eine universelle Chemikalienbeständigkeit ähnlich der von PTFE sowie durch eine hohe thermische Beständigkeit aus. Sie weisen niedrigste Quellwerte in praktisch allen Medien auf. Je nach Mischungsaufbau liegt der Temperatureinsatzbereich zwischen – 25 °C bis + 240 °C. Spezialtypen sind bis + 325 °C einsetzbar. Anwendung finden FFKM überwiegend in der Chemie- und Prozesstechnik und überall dort, wo aggressive Medien und hohe Temperaturen eingesetzt werden.

Flexibilität

Wenn ein flexibles Material nach wiederholtem Biegen in seine ursprüngliche Form zurückgeht.
Flexibilität ist eine natürliche Forderung, die man an Gummiprodukte im normalen Einsatzfall stellt. 

FKM (Fluor-Kautschuk)

Je nach Aufbau und Fluorgehalt unterscheiden sich Fluorkautschuke in ihrer Medienbeständigkeit und Kälteflexibilität. Sie zeichnen sich durch Flammwidrigkeit, geringe Gasdurchlässigkeit, sehr gute Ozon-, Wetter- und Alterungsbeständigkeit aus. Die Einsatztemperatur der Fluorkautschuke liegt bei – 20 °C bis + 200 °C (kurzzeitig bis + 230 °C). Spezialtypen sind bis – 35 °C einsetzbar. FKM wird ebenfalls häufig bei Mineralölen und Fetten bei höheren Temperaturen eingesetzt.
 

FVMQ (Fluorsilikon-Kautschuk)

Fluorsilikon Kautschuk weist eine gute Hitzebeständigkeit bei gleichzeitig sehr guter Kälteflexibilität auf. Dazu kommen gute elektrische Eigenschaften, exzellente Wetterbeständigkeit und hervorragende Resistenz gegen Ozon und UV-Strahlen. Verglichen mit Standard Silikonen zeigen Fluorsilikone eine erheblich bessere chemische Beständigkeit in Kohlenwasserstoffen, aromatischen Mineralölen, Kraftstoffen und niedermolekularen aromatischen Kohlenwasserstoffen, wie z. B. Benzol oder Toluol. Der mögliche Einsatztemperaturbereich liegt bei – 50 °C bis + 175 °C (kurzzeitig z. T. auch bis + 200 °C).


H


Härte

Der Widerstand eines elastischen Materials gegen das Eindringen eines Körpers. In Europa wird die Härte eines Elastomers in Shore A nach DIN 53505 oder IRHD (International Rubber Hardness Degrees) nach DIN 53519 Bl. 2 gemessen.
Üblicherweise misst man die Härte mit einem Shore A Standgerät, bei dem eine Kegelstumpfnadel durch eine Feder in die Gummi-Oberfläche gedrückt wird. Je weiter die Nadel in den Gummi eindringen kann – je weicher also der Gummi ist –, desto geringer ist der Zeigerausschlag auf der Messskala, die von 0 Shore A bis 100 Shore A reicht.
Ein Härteprüfgerät nach Shore A ist im Bereich von 10-90 Shore A sinnvoll einsetzbar bei der Prüfung von Normkörpern oder Fertigteilen mit entsprechenden Geometrien und Wanddicken. Bei dünnwandigen Fertigteilen oder Produkten mit gekrümmten Oberflächen (z. B. O-Ringen) sollte die Härte idealerweise mit einem IRHD-Standgerät ermittelt werden.
Bei härteren Mischungen und bei Hartgummi wird dagegen mit einem Gerät nach Shore D gemessen. Es hat eine spitzere Nadel und eine stärkere Feder.

HNBR (Hydrierter Nitril-Butadien-Kautschuk)

HNBR wird durch selektive Hydrierung der Butadiengruppen von Nitril-Butadien-Kautschuk NBR gewonnen. Die Eigenschaften der HNBR-Vulkanisate sind zum einen vom ACN Gehalt, der zwischen 18 % und 50 % liegen kann, als auch vom Sättigungsgrad abhängig. Hydrierter Nitril-Butadien-Kautschuk HNBR zeigt gute mechanische Eigenschaften. Die Einsatztemperatur liegt im Bereich – 30 °C bis + 140 °C (kurzfristig bis + 160 °C) in Kontakt mit Mineralölen und Fetten. Spezialtypen sind bis – 40 °C nutzbar.

Shore-Härtegrad
Tabelle nach A-Prüfmethode

Shore

Technischer Sprachgebrauch


Shore

92 – 100

sehr hart


92 – 100

92 – 100

sehr hart



K


Kältebeständigkeit

Die Widerstandsfähigkeit eines Elastomers beim Biegen, Verdrehen oder Zusammenpressen bei Temperaturen von -20 °C bis zu - 80 °C und manchmal niedriger.


N


NBR (Nitril-Butadien-Kautschuk)

Die Eigenschaften der NBR-Vulkanisate sind hauptsächlich vom ACN Gehalt abhängig, der zwischen 18 % und 50 % liegen kann. Sie zeigen allgemein gute mechanische Eigenschaften bei einer Einsatztemperatur von – 30 °C bis + 100 °C (kurzzeitig bis + 120 °C). Spezialtypen sind bis – 60 °C einsetzbar. Nitril-Butadien-Kautschuk NBR findet hauptsächlich bei Mineralölen und Fetten seine Anwendung.


P


Polyurethane

Die Gruppe der Polyurethane ist äußerst vielschichtig. Unterschiedlichste Einsatzbereiche können individuell damit abgedeckt werden, eine Vereinheitlichung der Eigenschaften ist nicht möglich. Polyurethanwerkstoffe sind speziell auf die entsprechenden Einsatzbereiche konzipiert und zeichnen sich durch ein hervorragendes Rückstellverhalten und optimale Verschleißbeständigkeit aus. Exzellente Festigkeit, geringer Druckverformungsrest sowie gute Beständigkeit gegen O2 und O3 sind weitere bedeutende Eigenschaften dieser Materialgruppe. Je nach Typ sind Temperatureinsatzbereiche von unter – 50 °C bis + 110 °C, kurzzeitig auch höher, realisierbar.


R


Rückprallelastizität

Bedeutet die Energie, welche von einem vulkanisierten Kautschuk aufgebracht wird, wenn er plötzlich aus einem Stadium der Deformation befreit wird. Normalerweise wird die Rückprallelastizität dadurch gemessen, dass man eine Stahlkugel aus einer bestimmten Höhe auf ein Gummiteil prallen lässt und die bewirkte Sprungkraft misst.


S


Spezifisches Gewicht

Das Verhältnis des Gewichts eines bestimmten Volumens einer Substanz zum Gewicht und Volumen einer Basis-Substanz bei einer bestimmten Temperatur. Normalerweise wird das spezifische Gewicht im Vergleich zu Wasser ermittelt.

 

Sprödigkeit

Die Tendenz eines Materials, bei Deformation zu brechen oder zu zerbröckeln.


V


VMQ (Silikon Kautschuk)

Silikon-Kautschuke zeichnen sich durch hohe thermische Beständigkeit, gute Kälteflexibilität, gute dielektrische Eigenschaften und vor allem durch guten Widerstand gegen den Angriff von Sauerstoff und Ozon und UV-Strahlung aus. Spezielle Formulierungen sind beständig gegen aliphatische Motor- und Getriebeöle, Wasser bis 100 °C und hochmolekulare Chlorkohlenwasserstoffe. Je nach Ausführung befinden sich die möglichen Einsatztemperaturen im Bereich von – 50 °C bis + 175 °C (kurzzeitig z. T. auch bis + 230 °C).


Z


Zugfestigkeit

Die Möglichkeit eines Materials, einer Dehnungsbeanspruchung zu widerstehen. Das Maß wird in der Regel in N/mm² angegeben.