Wichtige Technische Eigenschaften von Schläuchen

Grundsätzliches über Schläuche

Schlauchschellen / Einbindeband
Schlauchschellen dienen der Befestigung von z.B. Luft-, Abluft-, Wasser-, Industrie- oder Förderschläuchen bei geringen Betriebsdrücken. Es gibt verschiedene Varianten, je nach benötigtem Anzugsmoment auf den Schlauchstutzen, wie z.B. Schneckengewinde-, Gelenkbolzen-, Spannbacken-, Breitband- und 1-/2-Ohr- Schellen sowie viele Sonderlösungen. Speziell für spiralisierte Abluftschläuche gibt es auch sogenannte Brückenschellen oder Drahtschlauchklemmen, die eine Aussparung für die Spirale haben, um einen möglichst festes und homogenes Anzugsmoment zu erzielen. Stahl- oder Edelstahlbänder werden mit Hilfe eines Spezialwerkzeuges mittels Schlaufen und Schraubenschlössern zu Schellen für runde oder kantige Objekte mit beliebigem Durchmesser gefertigt

Pressfassung
Bei Pressfassungen wird die erforderliche Kraft zum Halten und Dichten des Schlauches durch bleibende Verformung der Außenhülse erzeugt. Der Kragen der verformten Außenhülse muss hinter den Sicherungsbund des Schlauchstutzens greifen. Die Innenseite der Hülse ist möglichst zu profilieren. Die Außenmaße der Stutzenteile für Preßfassungen sind z.B. nach DIN 2817 oder anderen geltenden Normen auszuführen. Sie dürfen sich beim Pressen nicht verbeulen.
Preßfassungen dürfen nur von Betrieben montiert werden, die über geeignete Werkzeuge, Montagepressen und entsprechend geschultes Personal verfügen. Preßfassungen können nicht wiederverwendet werden


Überblick der verschiedenen Verbindungssysteme

Schlauchverschraubungen
Sind konstruiert nach dem System der Verschraubung von zwei in Art und Größe ineinander passender Gewinde, wobei die zu verbindenden Schläuche einerseits in a) ein Schlauchstutzen mit Außengewinde (Synonyme: Vaterteil, Gewindestutzen, 1/3- Verschraubung) und andererseits in b) ein Schlauchstutzen
mit Überwurfmutter und Innengewinde (Synonyme: Mutterteil, 2/3-Verschraubung) Beide Teile (Vater- und Mutterteil) miteinander verschraubt, werden als „komplette Schlauchverschraubung“ bezeichnet

Wir unterscheiden hier folgende Dichtungsarten:
a) flachdichtend: ebene Dichtfläche, z.B. Dichtring aus Gummi oder
anderen Werkstoffen
b) konisch dichtend: konisch feingeschliffene Metallflächen treffen
aufeinander.
c) konisch dichtende Gewinde: Die Abdichtung erfolgt im Gewinde
durch z.B. PTFE-Band, Hanf oder Kleber

Gewindearten
In Anpassung an die Gewindenormen von Metallrohren, durchweg nach DIN 2999 (R), werden Schlauchverschraubungen überwiegend mit Whitworth-Rohrgewinde nach DIN ISO 228 (G), (alt DIN 259) geliefert. Beide Gewindeausführungen sind miteinander verschraubbar.

Ausnahmen hiervon:
Armaturen für Nieder-,Hoch- und Höchstdruck-Schlauchleitungen mit meist metrischem Gewinde nach DIN 13 Armaturen für Tankwagen-, Industrie- und Spiralschläuche in größeren Abmessungen, je nach Fabrikat:
a) mit grobem Whitworth-Gewinde oder
b) mit Rundgewinde nach DIN 405. Das Rundgewinde nach DIN 405 ist z.B. auch für die Lebensmittelindustrie aus nicht rostendem Stahl mit Konus nach DIN 11851 einsetzbar. Armaturen für Gummi- und Kunststoff-Weinschläuche (ungenormt) mit Mainzer, Guth- bzw. Pfalz-Gewinde. Armaturen für Schläuche und Geräte nord- oder südamerikanischen Ursprungs mit NPT-Gewinde.

Rundgewindeverschraubungen – Armaturen für Nahrungsmittel-, Chemische- und Pharmazeutische Industrie
Lebensmittelarmaturen mit Milchrohrgewinde werden ausschließlich in Edelstahl oder höherwertigen Werkstoffen angeboten, sie sind lieferbar als Schalenarmaturen nach DIN 2817, als Dampfarmatur nach DIN 2826, mit normalem glatten oder gerilltem Schlauchstutzen, mit Anschweißstutzen oder nach DIN 11851 (Rd-Außen- oder Rd-Innengewinde). Eingesetzt werden diese Armaturen in der Pharmazeutischen, Lebensmittel- und Chemischen Industrie. Der große Vorteil dieser Schlauchverschraubung ist die schnelle Verbindung, da nur das Schrauben von 3 1/2-Gewindegängen notwendig ist

Hülsenverschraubung
Die Hülsenverschraubungen ist eine Schlaucharmatur, die aus mehreren Einzelteilen besteht, bei der die erforderliche Kraft zum Halten des Schlauches nur durch axiales Verschrauben von Einzelteilen miteinander erzeugt wird. Die äußere, den Schlauch umschließende Hülse ist innen verzahnt und umschließt den Schlauch eng. Die Verbindung zum Schlauchnippel erfolgt über ein metrisches Feingewinde, das sich im Kragen der Hülse bzw. auf dem Schlauchnippel befindet. Der Schlauchnippel selbst ist mit einem einfachen Werkzeug einschraubbar und weitet den Schlauch geringfügig auf. Die Verbindung zwischen Hülse und Nippel erfolgt durch einen Sprengring, der in eine Kammer des Nippels rutscht und die Armatur arretiert. Hülsenverschraubungen haben i.d.R. einen Betriebsdruck von 16 bar, sind lieferbar miteinerseits Innen- und Außengewinde, andererseits Schraubhülse technische Vorteile: Es handelt sich um eine kleine, nicht ausladende Verschraubung. Sie ist in der Regel ohne Sonderwerkzeug selbst montierbar und wiederverwendbar.

Presshülsenverschraubungen
Preßarmaturen oder auch Quetscharmaturen genannt, sind Schlaucharmaturen, die aus mehreren Einzelteilen bestehen, bei der die erforderliche Kraft zum Halten des Schlauches nur durch bleibende Verformung mindestens eines Armaturenteils erzeugt wird. Zur Montage ist eine spezielle Montagepresse erforderlich. Vorteile der Armatur ist die kompakte, wenig ausladende Bauart, es gibt nur sehr kleine Bakterienkammern (wichtig z.B. für den Bereich Lebenmittel und Pharmazie), die Armatur ist leicht zu reinigen. Überwiegendes Einsatzgebiet ist der Bereich der Hydraulikschlauchleitungen.

Schalenarmaturen nach DIN 2817
Schalenarmaturen sind Armaturen, die aus mehreren Einzelteilen bestehen, bei der die erforderliche Kraft zum Halten des Schlauches durch von außen aufgespannte Schalen erzeugt wird. Schalenarmaturen sind lieferbar einerseits mit Innen- oder Außengewinde, andererseits Schlauchstutzen mit Haltekragen zur Einbindung mit Klemmbacken oder Spannschalen. Technische Vorteile:
feste, schnelle und handliche Verbindung. Diese Schlaucharmatur ist wiederverwendbar und je nach Typ mit oder ohne Sonderwerkzeug selbst montierbar.

Schalenarmaturen nach DIN 2826 schwere Ausführung für Dampfeinsatz
Speziell entwickelt für den Einsatz an Dampfschläuchen. Schalenarmaturen sind lieferbar einerseits mit Innen- oder Außengewinde, Flanschausführung oder mit Milchrohrgewinde, andererseits Schlauchstutzen mit Haltekragen zur Einbindung mit Klemmbacken oder Spannschalen, hohe Druckbeständigkeit, 100 bar Betriebsdruck, Temperaturbereich bis 230 °C

Schlauchverschraubungen
Normale Schlauchverschraubungen werden in der Regel in überwiegend unkritischen Bereichen (z.B. Luft/Wasser/pulvrige oder granulatförmige Medien) oder bei ungenormten Schläuchen eingesetzt. Das Vaterteil besteht aus einem Außengewinde, das Mutterteil besteht aus einer drehbaren oder festen Überwurfmutter, andererseits jeweils Schlauchstutzen mit Rillen zur Einbindung
mit Schellen oder Stahlbändern.

Steckarmaturen
Steckarmaturen sind Schlaucharmaturen, die im allgemeinen aus einem Nippel bestehen, bei denen die erforderliche Kraft zum Halten des Schlauches nur durch ausreichende Verformungskräfte des Schlauches und einer entsprechenden Gestaltung des Nippels erreicht wird. Diese Schlaucharmatur ist ohne Sonderwerkzeug selbstmontierbar und wiederverwendbar.